Katalogcover "Zauberbücher. Die Leipziger Magica-Sammlung im Schatten der Frühaufklärung"
Katalogcover "Zauberbücher. Die Leipziger Magica-Sammlung im Schatten der Frühaufklärung"

Zur Ausstellung „Zauberbücher. Die Leipziger Magica-Sammlung im Schatten der Frühaufklärung“ erscheint am 14. November 2019 der Katalog von Marco Frenschkowski. Er hat 96 Seiten und ist im Buchhandel oder über den Leipziger Universitätsverlag erhältlich.

Besucherinnen und Besucher erhalten den Katalog vor Ort (Museumsausgabe) für 15 €.

Einblicke

Inhalt

Im Jahr 1710 wurde in Leipzig eine Sammlung von 140 magischen Handschriften für die immense Summe von 4000 Reichsthalern zum Verkauf angeboten. Heute beherbergt die Universitätsbibliothek Leipzig die „Magica-Sammlung“ als eine einzigartige Kollektion von Manuskripten zu den Themen Magie, Zauber, Alchemie, Hermetik, Kabbala und Astrologie. Es ist dies das größte einschlägige Textcorpus in einer öffentlichen Bibliothek in Europa, das einen einmaligen Blick in die Welt magischer Rituale erlaubt.
Bereits seit 2011 digital präsentiert, steckt die wissenschaftliche Erforschung der weitgehend unedierten Sammlung noch in den Anfängen. Die Ausstellung in der Universitätsbibliothek Leipzig und der zugehörige Katalog möchte dies ändern und unternehmen einen Schritt zur historischen Verortung der Schriften im Leipzig des 18. Jahrhunderts. Im Spannungsfeld von Frühaufklärung und Faszination des Geheimnisvollen zeigt sich die Bedeutung der Texte als Formen „magischer“ Welterklärung. Träger dieser Magie war dabei nicht eine ländlich-bäuerliche, sondern eine gebildete und bürgerliche Stadtbevölkerung. Magia naturalis, Beschwörungen von Engeln und Astralgeistern, Wahrsagetechniken und „Höllenzwänge“ sind in zahlreichen Beispielen, oft mit faszinierenden Illustrationen, vertreten. Verfolgt werden die Traditionslinien hinter den Zaubertexten, die in ihrem kulturellen Umfeld und mit vielen Beispielen vorgestellt werden.